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Reiseberichte: Von Cuxhaven bis Magdeburg - Von Magdeburg bis Dresden - Von Dresden bis zur Elbequelle

 

 

 

Reisebericht Der Elbe - Radweg

Magdeburg bis Dresden, 10. August  

Hallo,

wir sind's schon wieder, im Moment sind wir in Dresden. Bevor wir in Richtung Tschechien und damit ins vielleicht internetfreie Nirwana entschwinden, nutzen wir eines der drei Internetcafés Dresdens, der Landeshauptstadt Sachsens, für einen Newsletter. Wir sind nach mehr als 900 Radkilometern hier angekommen und haben damit die deutsche Strecke der Elbe fast geschafft. Bis zur tschechischen Grenze nach Bad Schandau sind es nur noch 45 Kilometer.

Bevor wir Magdeburg verlassen haben, machten wir zuerst einen Abstecher zu einer absoluten Besonderheit: Dem europäischen Wasserkreuz, wo der Mittellandkanal die Elbe in Form einer Brücke kreuzt. Es handelt sich mit 918 Metern um die längste Trogbrücke Europas und sieht echt beeindruckend aus. Und es gibt andere Besonderheiten um die Elbe herum, z.B. die Gierseilfähren. Dabei handelt es sich um Fähren, die ohne eigene Motorkraft, nur durch die Strömung des Flusses, betrieben werden können.

Wasserstraßenkreuz Elbe und Mittellandkanal

Europäisches Wasserkreuz bei Magdeburg; Elbe - Radweg

Elbe Fährmann in Aken

Der Fährmann in Aken; Elbe - Radweg

Wir sind jetzt schon mit einigen Gierseilfähren über die Elbe gekommen und finden das immer wieder beeindruckend. Der Fährmann in Aken hat uns die Technik genau erklärt. Die Fähre ist einige Meter weit festgemacht an einem Haltepunkt im oder am Wasser und wird mit Seilen quer zur Strömung so gestellt, dass sie automatisch durch eben diese Strömung zum anderen Ufer kommt. Ganz leise geht das vonstatten. Nur für das Querstellen der Fähre braucht es etwas Motorenkraft. Die Elbe hat eine Fließgeschwindigkeit von ca. 6 kmh, damit funktioniert das ganz gut. Gierseilfähren gab es z.B. auch am Neckar, aber da funktioniert das nicht mehr, weil durch die Schleusen die Strömung zu gering ist. Der Fährmann aus Aken weiß das genau, denn zwei Tage, nachdem wir mit ihm über die Elbe geschippert sind, hat er seinen Fährkollegen in Heidelberg (am Neckar) besucht. Wir haben ihm gleich schöne Grüße an Beates Geburtsstadt mit auf den Weg gegeben.

Als wir die Elbe geplant hatten, dachten wir an einen schönen aufgeräumten, super belegten Radweg, auf dem immer klasse zu radeln ist. Und wir wissen von vielen Diashow-Besuchern, dass der Elberadweg auf vielen Radel-Wunschzetteln steht. Wir können nur jedem raten, nimm ein gefedertes Rad mit. Was es hier an Kopfsteinpflastern gibt, soviel Kopfsteinpflaster haben wir noch nie auf einem Haufen gesehen. Besonders die kleinen Orte haben es in sich. Da sind die Straßen noch lange nicht asphaltiert und das Kopfsteinpflaster besteht teilweise aus echten Elbsandsteinen, die dem Fluss wahrscheinlich in Nacht- und Nebelaktionen heimlich entwendet wurden. Sieht super aus, dieses Kopfsteinpflaster, macht aber einen Krach und ruckelt beim Radeln, da war das Radfahren auf dem Kettle Valley Railway in Kanada butterweich dagegen. Manchmal haben wir es allerdings gut: Da ist die Straße gepflastert und der Gehweg geteert. Dann fahren die Radfahrer auf dem schmalen Gehweg und die Autofahrer hoppeln über das Pflaster. Und das Beste ist, wir sind dann schneller :-). Oder wenn ein separater Belag im Kopfsteinpflaster eingelassen ist, fahren die Radfahrer wie die Hühner auf der Stange hintereinander, um die Hoppelei zu vermeiden.

Kopfsteinpflaster auf dem Elbe - Radweg

Radeln wie die Hühner auf der Stange; Elbe - Radweg

Treffen mit langjährigen Newsletter - Lesern

Treffen mit einem langjährigen Newsletter-Leser aus Maxen; Elbe - Radweg

Kurz vor Meißen, der Porzellanstadt, gab es dann ein Treffen mit zwei langjährigen Newsletter-Lesern von uns. Langjährig ist eigentlich glatt untertrieben, die beiden verfolgen unsere Radreisen im Internet seit dem Start der Weltreise auf dem Marktplatz in Wiesloch. Mit Dieter aus Maxen im Erzgebirge und Carola waren wir die letzten beiden Tage unterwegs, haben die Porzellanmanufaktur in Meißen besucht und heute eine Stadtführung der besonderen Art in Dresden genossen: Wir waren mit Carolas Trabi unterwegs und wurden so in die Geheimnisse des DDR-Kultobjekts eingeweiht. Da muss der Benzinhahn geöffnet werden, bevor es losgeht, sonst bleibt man an der ersten Ampel stehen. 25 Liter Benzingemisch fasst der Tank, das verspricht eine Reichweite von ca. 300 Kilometern. Und innen hört es sich an, als wäre man mit dem Rad doch aus Versehen auf das Kopfsteinpflaster gekommen, weil man in Dusseligkeit den schmalen Gehweg nicht getroffen hat.

Albrechtsburg in Meissen

Die Albrechtsburg in Meißen; Elbe - Radweg

Elbe - Radweg bei Dresden

Wir vor der Skyline von Dresden; Elbe - Radweg

Nach so vielen Trabi-Kilometern in Dresden freuen wir uns auf unsere Räder, mit denen es morgen durch die Sächsische Schweiz und das Elbsandsteingebirge geht. Dann wollen wir für einen Tag per pedes unterwegs sein, da es sich auf den hohen Elbsandsteinen ganz schlecht radeln lässt. Einen Tag später geht es dann in Bad Schandau über die Grenze, hinein ins tschechische Riesengebirge. Von Albert aus Adelaide in Australien, der vor 35 Jahren aus Deutschland ausgewandert ist und jetzt eine zweimonatige Europatour mit dem Rad macht, haben wir noch eine Karte für Tschechien geschenkt bekommen. Ihn haben wir auf dem Campingplatz in Dresden getroffen, er hat Tschechien gerade durchradelt. Seine Kilometer lassen sich sehen: 5000 Radkilometer in zwei Monaten. Aber jetzt reicht es ihm mit dem Radeln, er will mit dem Zug weiter. Wir nicht, die Herausforderungen werden erst beginnen.

Mit dem Trabi übers Blaue Wunder in Dresden

Mit dem Trabi über das „Blaue Wunder“ von Dresden; Elbe - Radweg

Frauenkirche in Dresden

Die wieder aufgebaute Frauenkirche in Dresden; Elbe - Radweg

Noch eine Sache zum Wind: Wir haben bis jetzt, wenn wir ganz ehrlich sind, drei Viertel der Strecke mit Rücken- oder leichtem Seitenwind absolviert. Mittlerweile bläst es so stark, dass die entgegenkommenden Radfahrer ein Dauergrinsen auf dem Gesicht haben, obwohl ihnen überhaupt nicht zum Lachen zumute ist. Es ist vielleicht doch eine gute Idee, bei diesem Fluss eine Ausnahme zu machen und flussaufwärts zu radeln. So wie wir das eben machen :-).

Viele Grüße und bis demnächst,

Beate & Carol